Wirtschaft trifft Wissenschaft zum Thema Digitalisierung

Sebastian Karger, Geschäftsführer der Liquam GmbH

Prof. Dr.-Ing. Bernhard Meussen über die Digitalisierung industrieller Wertschöpfungsketten

Prof. Dr. Hinrich Schröder über die digitale Transformation.

Podiumsdiskussion

Steffen Hartwig

Initiative Elmshorn e.V. und NORDAKADEMIE diskutieren über Industrie 4.0.

Unter dem Titel "Wirtschaft trifft Wissenschaft" haben zum zweiten Mal Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in der Nordakademie in Elmshorn miteinander diskutiert. Eingeladen hatten die NORDAKADEMIE und die Initiative Elmshorn e. V.

Auslöser für die Veranstaltung, die dieses Mal das Thema 'Digitalisierung' hatte, war die stärker werdende Rolle der Digitalisierung als Wachstumstreiber. Unter anderen berichtete der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, Berlin, nach einer bundesweiten Umfrage im vergangenen Jahr, mehr als zwei Drittel der Unternehmen sähen Chancen durch neue Geschäftsmodelle. 41 Prozent verzeichnen Umsatzzuwächse. Die Informations- und Kommunikationstechnologie, das Gastgewerbe und der Handel profitierten besonders.

In der Begrüßung erklärte Prof. Dr.-Ing. Bernhard Meussen, Vizepräsident der NORDAKADEMIE, vor den rund 90 geladenen Teilnehmern: "Die Digitalisierung in der Industrie wird derzeit mit vielen positiven und negativen Erwartungen verknüpft. Eine sachliche Diskussion der Digitalisierung von Prozessen wird helfen, die Chancen zu sehen und die Risiken zu minimieren." Der Sprecher der Initiative Elmshorn e. V., Ulf Kremer, betonte, alle Unternehmen müssten sich mit der Digitalisierung auseinandersetzen. "Jedes Unternehmen muss im Internet vertreten sein, wenn es zukünftig noch erfolgreich sein will", sagte Kremer. Gleichzeitig verwies er darauf, dass mittlerweile reine Internet-Händler Ladengeschäfte eröffneten, um auch Laufkundschaft zu akquirieren. Das sei vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen.

Eine ausführliche Einschätzung zur Stand der Digitalisierung in Schleswig-Holstein gab Heinz Rohde, Projektleiter Mittelstand 4.0-Agentur Kommunikation der WTSH Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH in Kiel. Ihm folgte Prof. Meussen zum Thema 'Industrie 4.0', das er mit "Digitalisierung industrieller Wertschöpfungsketten durch cyberphysikalische Systeme" definierte. Derzeit verstehe man unter Digitalisierung die Nutzung zur Automation also eine klassische Smart Factory. Die Vision sei es aber, eine durchgängige Digitalisierung vom Lieferanten bis zum Kunden zu schaffen. Der Fachbereich Ingenieurwissenschaften beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema. Beispielprojekte an der NORDAKADEMIE sind Geschäftsmodelle für kundenindividuelle Produkte, Anwendung kollaborativer Robotik in der Fertigung, Nutzung additiver Fertigung sowie Mensch-Maschine-Interaktion.

Wie Unternehmen auf dem Weg der Digitalisierung erfolgreich agieren könnten, erläuterten Prof. Hinrich Schröder von der NORDAKADMIE und Sebastian Karger, Geschäftsführer der Liquam GmbH, Elmshorn. Sie referierten, wie Managementsysteme und der Vertrieb digital transformiert werden könnten. In einer anschließenden Diskussionsrunde, an der auch Christoph Fülscher teilnahm, wurde beleuchtet, inwieweit im Betrieb vorhandene Daten miteinander verknüpft werden können, wie man eine optimale Lösung zur Digitalisierung in Unternehmen entwickelt, wie Industrie 4.0 den Weg des Produkts von der Herstellung bis zum Verbraucher verändert und wann sich entsprechende Investitionen lohnen. Prof. Schröder machte deutlich, dass man bisherige Geschäftsmodelle neu denken und als Prozess verstehen muss. Alle Podiumsteilnehmer waren sich darin einig, dass Deutschland aufpassen müsse, sich nicht in ein digitales Entwicklungsland zu entwickeln.

Studierende der NORDAKADEMIE bewiesen im Rahmen eines 'Science Slam', dass es möglich ist, sich dem Thema Digitalisierung unverkrampft zu nähern. Steffen Hartwig (W14a) zeigte in einem interaktiven Vortrag, inwieweit sich die fortschreitende Digitalisierung als möglicher Jobkiller erweisen könnte. Niklas Kolloge (A16a) definierte den Begriff und Vorgehensweisen von Cryptocurrencies wie etwa Bitcoin. In lockeren Beiträgen erläuterten sie beide, warum es für Unternehmen unerlässlich ist, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen, welche Herausforderungen sich stellen, aber auch, welche Chancen sich bieten.


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