Zukunftsfähige Personalentwicklung im digitalen Zeitalter

Christian Dietrich präsentiert die Smart-Phone-Anwendung von Systain Consulting.

Industrie 4.0, Big Data und das Internet der Dinge: Im Zukunftsdialog Unternehmen und Nachhaltigkeit diskutierten rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen von Fish & Grips über die Vereinbarkeit von Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsstrategien sowie die kommenden Herausforderungen von Personalentwicklern. Sie folgten der gemeinsamen Einladung von B.A.U.M e.V. und der NORDAKADEMIE.

Martin Oldeland, Vorstandsmitglied von B.A.U.M. (Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management) e.V. stellte das neue Kompetenzzentrum nachhaltig digital vor. Das Kompetenzzentrum beginnt seine Arbeit im Januar 2018, um mit zahlreichen Partnern Wege für Unternehmen aufzuzeigen, wie die Digitalisierung genutzt werden kann, damit ökologische und soziale Ziele in Zukunft besser erreicht werden. Das Kompetenzzentrum möchte Praxiswissen vermitteln und Fragestellungen beantworten, wie beide Strategien, Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsstrategie, zukünftig besser in der Unternehmenswirklichkeit miteinander verknüpft werden können.

Fachkräftelücke statt Fachkräftemangel

Christoph Fülscher, Leiter IT der NORDAKADEMIE sowie Dozent für Digital Business und Personalmanagement, machte deutlich, dass die Digitalisierung Veränderungen mit sich bringt, auf die wir uns einstellen müssen. Wir befinden uns gerade in einem Prozess, in dem wir uns von Wertschöpfungsketten zu Wertschöpfungsnetzwerken bewegen. Personalentwickler müssen sich vor allem mit der Halbwertszeit von Wissen auseinandersetzen. Liegt die durchschnittliche Halbwertszeit des Wissens der Mitarbeiter derzeit bei ungefähr 4 Jahren, wird sich diese Halbwertszeit im Zuge der zunehmenden Digitalisierung und Schnelllebigkeit von IT-Systemen auf 1 ½ Jahre verringern.

Der Fokus von Personalentwicklern sollte daher nicht zu sehr auf dem befürchteten Fachkräftemangel, sondern auf der Fachkräftelücke liegen. Personalverantwortliche sollten sich die Frage stellen, ob man statt besser nicht "anders qualifiziertes Personal" benötige. In diesem Zusammenhang sei auch ein Zitat von SAP-Vorstand Bernd Leukert zu verstehen: "Die Digitalisierung vernichtet in Summe keine Jobs. Sie verändert Berufsbilder und die Ausbildung."

"In der Roadmap für Digitalisierung sollte eine Qualifizierungsinitiative geplant werden, damit die Beschäftigten rechtzeitig berufliche Handlungskompetenz erlangen können", so Fülscher weiter. Damit sich Unternehmen der fortschreitenden Automatisierung und Digitalisierung stellen und neue Formen der Arbeitsorganisation und Arbeit entwickeln können, benötigen sie "Digital Leadership".

Nachhaltiger Umgang mit der Ressource "Mensch"

Eine innovative Antwort auf die Frage, wie Digitalisierung dabei helfen kann, den Arbeitsalltag fairer und nachhaltiger zu gestalten, gab Christian Dietrich von Systain Consulting. Das auf Nachhaltigkeit spezialisierte Beratungsunternehmen berät Unternehmen dabei, wie sie Umweltstandards in ihre Unternehmensziele integrieren können. Dietrich stellte ein aktuelles Projekt vor: Das Team von Systain Consulting hat eine Smart-Phone-Anwendung unter Einbeziehung einer Virtual-Reality-Brille entwickelt, mit der Fabrikarbeiter in Ländern wie Bangladesh, China oder Indien informiert, geschult und trainiert werden können, auch um Anforderungen des Arbeits- und Umweltschutzes besser zu bewältigen.

Prof. Dr. Holger Petersen, Professor für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeitsmanagement, führte durch den Abend und moderierte die abschließende Diskussion. Petersen machte auf die Rolle des Fairen Handels in einer zukünftigen digitalisierten Arbeitswelt aufmerksam.

In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, dass vor allem im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung mit der Ressource "Mensch" nachhaltig umgegangen werden sollte.


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