Interview Henriette Neumeyer

Interview Henriette Neumeyer (MBA)

Dr. Henriette Neumeyer hat an der NORDAKADEMIE 2016 ihr MBA-Studium erfolgreich abgeschlossen. Für ihre Masterthesis erhielt sie die Traumnote 1,0. Die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung (DGIV e.V.) hat die Arbeit mit dem Innovationspreis 2016 ausgezeichnet. Die DGIV e.V. ist ein Zusammenschluss unterschiedlicher Stakeholder des Gesundheitssystems von Wissenschaft über Kostenträger bis hin zu Industrieunternehmen, die sich der Förderung der Integrierten Versorgung auf Bundesebene verschrieben haben. Aktuell ist die Arbeit im Auswahlverfahren um die Teilnahme am Best Masters Verfahren beim Springer Gabler Verlag.

Dr. Neumeyer, Sie haben an der NORDAKADEMIE Graduate School das MBA-Programm absolviert. Warum haben Sie sich für diesen Studiengang entschieden?

Mich hat die Möglichkeit gereizt, als Medizinerin über den „Tellerrand“ hinauszublicken und wirtschaftliche Denk- und Handlungsweisen, die das Umfeld der medizinischen Leistungserbringung prägen, nachvollziehen zu können. Mit Kommilitonen anderer Fachrichtungen in den Austausch zu kommen und dadurch neue Denk- und Lösungsansätze kennenzulernen war mir ebenso wichtig. Die NORDAKADEMIE hat sich mit der FIBAA-Akkreditierung hervorragend präsentiert, zudem ist mir der Studiengang von in der Wirtschaft erfolgreichen medizinischen Kollegen empfohlen worden.

Was hat Ihnen am Studium besonders gefallen?

Eine Kombination aus vielen Dingen: Die netten Kommilitonen, die internationalen Dozenten, deren spannende Vorträge, und der interessante Diskurs, der sich daraus entwickelte – und nicht zuletzt die schöne Räumlichkeit im Hamburger Dockland direkt an der Elbe.

Wie lautet das Thema Ihrer Masterthesis und warum haben Sie dieses Thema gewählt?

In meiner Thesis habe ich mich mit dem Transformationsdruck in der Medizintechnologie, der durch steigende Kostensensitivität und Kommoditisierung von Innovationen entsteht, beschäftigt. Dadurch ergibt sich ein enormer Bedarf an der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, der sich in der Gründung neuer Geschäftsbereiche und Akquise von Start-Ups zeigt. Ich habe mich in meiner Arbeit auf Konzepte innovativer Patientenversorgung konzentriert, der so genannten Integrierten Versorgung nach § 140a SGB V, nach der eine nahtlose, von Redundanzen befreite Versorgung, sowohl zu besseren Behandlungsergebnissen als auch zu einem positiven Patientenerlebnis führt. 

Diese Fragestellung habe ich gewählt, weil ich so die Verbesserung der Patientenversorgung, ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, mit der Herausforderung wie ein Unternehmen dieses Vorhaben in seine Strategie einbinden kann, koppeln konnte.

Können Sie die Ergebnisse Ihrer Arbeit kurz beschreiben?

In der Arbeit habe ich durch eine eigens entwickelte Methode zur quantitativen Auswertung von Interviewergebnissen die zentralen Thesen der Stakeholder Gruppen herausgearbeitet. Dazu wurden sowohl Experten aus der Medizintechnologie als auch der Kostenträger befragt. Die Interessen der Stakeholder, Medizintechnikunternehmen und Kostenträger habe ich anschließend in einen Leitfaden zur Geschäftsmodellentwicklung integriert, dem IGV-Filter, der als Tool z.B. im Projektportfoliomanagement zielorientierte, praxisrelevante Hilfestellung bieten kann, um Projekte erfolgreich aufzusetzen.

Sie haben für Ihre Arbeit den Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Integrierte Versorgung (DGIV e.V.) erhalten. Wofür steht der Preis und wie lief das Auswahlverfahren ab?

Die DGIV prämiert mit dem Innovationspreis Projekte, die der Förderung und Etablierung der Integrierten Versorgung dienen. Die prämierten Thesen sollen einen Aufbruchcharakter vermitteln und neue Wege im Gesundheitswesen aufzeigen, die den Patienten und somit letztlich uns allen zu Gute kommen. Die geforderte Beteiligung unterschiedlicher Stakeholder des Gesundheitswesens macht außerdem die Vorgabe über die Grenzen der eigenen Brancheninteressen ganzheitliche Konzepte zu erforschen. Die Projekte, die in die nähere Auswahl kommen, müssen zum einen das Kriterium einer sehr guten Benotung vorweisen, aber auch die Prüfer sind gefragt. So muss man für den Preis vorgeschlagen werden von seinem betreuenden Professor, in meinem Fall Professsor Leo Brecht.