Interview Jens Boddin

Interview Jens Boddin (38 J., General Management, SHMF)

1. Könnten Sie Ihre berufliche Entwicklung kurz skizzieren:

Ich habe 1997 mein Abitur gemacht. Da ich noch keine Lust hatte, direkt im Anschluss zu studieren, habe ich zunächst eine Verwaltungsausbildung absolviert. Nachdem ich fünf Jahre als Landesbeamter arbeitete, entschied ich mich noch für ein Studium der Geisteswissenschaften. Ich habe dann in Berlin mein Sprachenstudium aufgenommen und in Paris an der Sorbonne beendet. Vier Jahre habe ich in Paris für einen großen Konzertveranstalter gearbeitet. Zurück in Deutschland, habe ich dann meine Tätigkeit beim Schleswig-Holstein Musik Festival aufgenommen. Seit Kurzem bin ich dort für den Bereich Personal und Finanzen verantwortlich.

2. Wie sah Ihre berufliche Situation vor Beginn des Studiums General Management (M.A.) an der NORDAKADEMIE Graduate School aus?

Beim SHMF habe ich als Assistent der Geschäftsführung in Lübeck begonnen. Durch meine mehrjährige Tätigkeit während der Festival-Hauptsaison konnte ich mir bereits einen ausführlichen Überblick über den Bereich Wirtschaftsplanung verschaffen. Nach Ausscheiden des langjährigen Verwaltungsdirektors des Festivals habe ich dann maßgebliche Bereiche seines Tätigkeitsfeldes übernommen. Dies geschah jedoch unabhängig von meinem berufsbegleitenden Studium an der NORDAKADEMIE Graduate School, das ich ungefähr zeitgleich in Hamburg aufgenommen habe. Durch den Beginn des Studiums und der Übernahme neuer Aufgabengebiete haben sich aber deutlich Synergieeffekte ergeben.

3. Inwieweit beeinflusste Ihr Masterstudium die Übernahme neuer Tätigkeitsbereiche? 

Bevor ich die Leitung der Bereiche Finanzen und Personal beim Schleswig-Holstein Musik Festival übernahm, hatte ich bereits nahezu drei Jahre lang Gelegenheit, mich durch die tägliche Bearbeitung vorbereitender und exekutiver Aufgaben in die betriebswirtschaftlichen Abläufe der Festivalplanung einzuarbeiten. Im Zuge der weiteren Ausübung meiner neuen Tätigkeit und mit Blick auf meine Verantwortung gegenüber unseren Gremien, ist es für mich hilfreich und wertvoll, über vertiefende BWL-Kenntnisse zu verfügen. Vielfältige betriebswirtschaftliche Kenntnisse habe ich mir bereits praktisch angeeignet, learning by doing quasi, weil ich mich täglich damit beschäftige. Durch mein Studium an der NORDAKADEMIE Graduate School bekomme ich nun den theoretischen Unterbau sehr gut vermittelt. Das macht mir sehr viel Freude und mein Interesse an betriebswirtschaftlichen Abläufen ist stark gewachsen und die neu erlernten theoretischen Kenntnisse kann ich unmittelbar im Alltag in meiner Firma anwenden. 

4. Warum haben Sie sich entschieden, noch einmal ein berufsbegleitendes Masterstudium wie Master General Management zu beginnen?

Bei meiner täglichen Arbeit als Konzertveranstalter stieg die Motivation, die betriebswirtschaftlichen Abläufe besser nachvollziehen zu können. Es kam das Interesse auf, die vielfältigen betriebswirtschaftlichen Fragestellungen rund um technische Herausforderungen, Kartenverkauf oder auch die Organisation der Spielorte, die Instrumente zu erlernen, die zur sicheren und kostendeckenden Planung und zum Erstellen vernünftiger Forecasts notwendig sind.

5. Beschreiben Sie Ihre ersten Eindrücke des berufsbegleitenden Masterstudiums General Management (M.A.).

Ich habe das erste Semester erfolgreich abgeschlossen. Seit Oktober 2016 bin ich an der NORDAKADEMIE Graduate School und hatte seitdem fünf Module. Ich bin sehr begeistert. Es gibt zwar Module, bei denen ich weniger für mich mitnehme, da ich sie nicht im Zuge meiner täglichen Arbeit benötige. Dann gibt es jedoch ganz klar Module, bei denen ich einen unheimlichen Synergieeffekt habe und das theoretisch vermittelte Wissen sofort on the job anwenden kann. Hinzu kommt der Fakt, dass die Dozenten, die an der NORDAKADEMIE Graduate School unterrichten, anders als an staatlichen Universitäten und vor allen bei den Geisteswissenschaften, langjährige Erfahrungen direkt in der Wirtschaft vorweisen. Im Unterricht wird viel mit praktischen Fallbeispielen gearbeitet. Dadurch werden die Lehrinhalte besonders plastisch präsentiert.

6. Wie bringt Sie der Master General Management in Ihrer beruflichen Situation weiter?

Ich bin vor kurzem Bestandteil der Geschäftsleitung geworden, und das Erlernen betriebswirtschaftlicher Kenntnisse hilft bei der Umsetzung meiner neuen Aufgaben ungemein. Ich hatte nicht damit gerechnet, später einmal ähnlich verantwortungsvolle Aufgaben in einer anderen Organisation ausüben zu können. Durch mein Studium aber erlerne ich nun den theoretischen, betriebswirtschaftlichen Unterbau, der mir bisher fehlte und der mich auch für weitere spannende Herausforderungen in meiner beruflichen Zukunft, auch in den Bereichen BWL, Finance oder Controlling, vorbereitet. 

7. Welchen Ratschlag haben Sie für Geisteswissenschaftler, die überlegen, sich betriebswirtschaftlich neu aufzustellen?

Ich würde ihnen raten, in jedem Fall das weiter zu verfolgen, was ihnen Spaß macht, denn es muss ja einen Grund gegeben haben, warum man sich für Geisteswissenschaften entschieden hat. Allerdings sollte man sich rechtzeitig vor Augen führen, welche beruflichen Ziele man hat und mit seinem Studiengang auch verwirklichen kann. Die Kombination aus Beruf und berufsbegleitendem Studium wie an der NORDAKADEMIE Graduate School ist einfach sehr gewinnbringend, denn die Inhalte sind sehr konzentriert und gut aufbereitet. 

8. Wie gut sind Studium und Beruf vereinbar? 

Man muss sich im Vorfeld im Klaren sein, dass es das Studium in sich hat. Ich war mir darüber im Klaren, hätte aber nicht gedacht, dass das Studium so fordernd ist. Gerade mit meinen neuen Aufgaben an meinem Arbeitsplatz wird es manchmal schwierig und anstrengend. Dann muss ich mich aber einfach abends unter der Woche disziplinieren und mich auf die Lehrveranstaltungen und Klausuren gut vorbereiten. Aber bisher geht es auf und ich freue mich schon auf die nächste Präsenzphase.

9. Die NORDAKADEMIE Graduate School in drei Worten:

Innovativ, praxisnah, Menschen zusammenführend.